Arbeiten im Team

Der Büroname team licht ist Programm. Gründer Hauke Giesecke und sein Team planen Licht in engem Kontakt mit Bauherren, Architekten und den anderen Fachplanern im Bauprozess, um das optimale Ergebnis zu erreichen. Namhafte Projekte zeugen davon, dass dies auch gelingt. Dazu ist das Team multidisziplinär aufgestellt und kann auf ein breitgefächertes Wissen für das Thema Licht zurückgreifen.

Lux Select: Wie definieren Sie Ihre Aufgabe im Bauprozess? Hat die Lichtplanung für Sie eine besondere Rolle im Feld der Gebäudetechnik?

Hauke Giesecke: Ja, definitiv. Die Rolle des Lichtplaners im Bauprozess ist hat in den letzten Jahren einen immer höheren Stellenwert erreicht. Die rechtzeitige Einbindung in baurelevante Prozesse ist wichtig damit die Lichtplanung früh in der Entwurfs- und später auch in der Ausführungsphase Einfluss nehmen kann. Hier ist die Rolle der Lichtplanung als ein fester und wichtiger Bestandteil der Gebäudetechnik zu sehen. Die frühzeitige Einbindung und der Abgleich mit anderen TGAKomponenten ist hier besonders wichtig damit die Planungen am Ende der Prozesse auch stimmig wirken. Wenn diese Abstimmung nicht stattfindet oder - noch viel schlimmer - wenn TGA und Lichtplanung parallel laufen, sind die Folgen meist katastrophal.

Lux Select:Wie sieht der Architekt den Lichtplaner? Gibt es da Konkurrenzdenken oder eher Partnerschaft?

Hauke Giesecke: Eher Partnerschaft. In den meisten Fällen erkennt der Architekt den Mehrwert des Lichtplaners. Das in den letzten Jahren stark gewachsene Aufgabengebiet des Lichtplaners ist so komplex geworden, dass der Architekt froh ist einen wichtigen Fachplaner an seiner Seite zu haben, der ihn entlastet und auch seine Vorstellungen bezüglich Interpretation der Architektur mit Licht umsetzen kann.

Lux Select: Gibt es dabei Unterschiede? Wird international früher nach einem Lichtplaner gerufen als hier?

Hauke Giesecke: Natürlich gibt es Unterschiede. Jeder Planungspartner hat seine ganz eigene und damit unterschiedliche Erwartungshaltung an die Form und Intensität einer Zusammenarbeit. Dies ist bei internationalen Projekten nicht anders und wir konnten bisher auch nicht feststellen, vermehrt früher oder später dazu gerufen worden seien.

Lux Select: Wird ein Lichtplaner eher bei großen Projekten beauftragt oder auch in kleinen?

Hauke Giesecke: Sowohl als auch. Beide Arten von Projekten haben Ihren Reiz. Nur weil ein Projekt eine kleine Größe hat, heißt das nicht das automatisch weniger Planungsarbeit zu leisten ist. Meist ist sogar das Gegenteil der Fall, dass kleinere Projekte sehr arbeitsintensiv sind. Der kreative Prozess des Lichtplaners in der Entwurfsphase ist der gleiche bei beiden Arten von Projekten.

Lux Select: Gibt es im gewerblichen Bau Unterschiede? HCL oder IoT erhöhen die Komplexität auch beim Licht.

Hauke Giesecke: In der Tat werden durch die Technologien HCL oder IoT Planungsprozesse aufwändiger und komplexer. Schnittstellen mit anderen Fachplanern müssen hier besonders erwähnt werden. Die Vorteile der Techniken , sei es HCL oder IoT können nur dann wirklich genutzt werden, wenn der Lichtplaner und auch andere an Planungsprozessen beteiligte Fachplaner themenübergreifend denken. Die Betreuung bzw. Beratung des Bauherrn bezüglich Möglichkeiten dieser Technologien sollte frühzeitig eingesteuert werden damit auch sinnvolle Konzepte erstellt werden können, die am Ende auch funktionieren und genutzt werden.

Lux Select: Wer verantwortet und plant in solchen Projekten die Intelligenz? Setzt die Gebäudetechnik die Techniken und Datenprotokolle fest oder ist es hinter einer Schnittstelle egal, was eingesetzt wird?

Hauke Giesecke: Grundsätzlich plant der TGA-Planer diese Intelligenzen, wenn es um ein Erstgerüst geht wie intelligent ein Gebäude sein soll. Hier werden die grundlegenden Bausteine dafür festgelegt. Die Rolle des Lichtplaners ist hier aber von Bedeutung. Ein früher Austausch mit dem TGA-Planer hilft hier gemeinsam festzulegen wie eine intelligente Beleuchtung in die Gebäudeautomatisation integriert werden kann. Projektabhängig sollte der Lichtplaner hier den Bauherrn beraten ob eine systemübergreifende Technik oder sich eventuell sogar nur separate Insellösungen anbieten. Die schönsten, komplexesten geplanten Systeme sind am Ende immer nur gut, wenn man sie auch lebt, nutzt und den Bauherrn nicht damit überfordert.

Lux Select: Spielt BIM bereits eine Rolle in der Lichtplanung?

Hauke Giesecke: Ja und nein. Einerseits ist das BIM Verfahren ein zukunftsträchtiger Ansatz der die Planung stark verändern wird, andererseits setzt die komplexe Verfahrenstechnik der BIM Prozesse aufwendige Veränderungen voraus, die nicht alle Planer bereit sind jetzt schon zu gehen. Wie es immer mit Veränderungen ist, muss man für sich entscheiden wann man selber bereit ist, in die Zukunft zu investieren. Wie man so schön sagt „Mut zur Lücke“ oder eher doch besser abwarten und erstmal schauen wie sich die BIM Technik entwickelt und zukünftig akzeptiert wird.

Lux Select: Was hat sich durch die Lichtdesign- Ausbildung an den Hochschulen geändert? Gibt es mehr Wertschätzung für Master-Absolventen im Beruf?

Hauke Giesecke: Ja. Der Stellenwert des Lichtplaners hat in den letzten Jahren durch die Hochschulabschlüsse an Wertschätzung gewonnen. Durch die Ausbildungen mit den entsprechenden Abschlüssen zeigt sich ganz klar, dass die Rolle des Lichtplaners an Bedeutung gewinnt und auch eine höhere Akzeptanz dadurch entstehen kann. Aktuell begleite ich gerade eine meiner Mitarbeiterinnen bei ihrer Masterarbeit und habe dadurch gute Einblicke in die Komplexität und Inhalte. Hier hat sich gegenüber meiner Studienzeit viel verändert. Neben der reinen Lichtplanung zählen hier noch weitere Bausteine wie z. B kaufmännische und marketingtechnische Betrachtungen eine wichtige Rolle. Das zeigt ganz klar, das zukünftige Lichtplaner vielschichtiger ausgebildet werden und das sollte auch nach dem Studium dazu führen in der Branche besser akzeptiert zu werden.

Lux Select: Wie ist das Team bei Teamlicht zusammengesetzt? Gibt es weitere Berufsrichtungen außer dem Lichtplaner?

Hauke Giesecke: Ja. Bei team licht gibt es die klare Philosophie, dass die Kreativität steigt, wenn Planer mit unterschiedlichen Berufsausbildungen sich gemeinsam im Team ergänzen. Ich zähle zu den studierten Lichtplanern und war damals einer der vier ersten Absolventen in Deutschland, die den Abschluss Dipl.-Ing. Lighting Design bekommen haben. Und dazu gibt es im Team Mitarbeiter aus den Bereichen Lichtplanung, Produktdesign, Innenarchitektur und Medienplanung.

Lux Select:  Vielen Dank für das Gespräch!